Schriftgröße: . normal . groß . größer
Polnisch Englisch Deutsch
 
 
 

Freiwillige in den Nationalen Naturlandschaften

Die 15 Großschutzgebiete Brandenburgs, die Nationale Naturlandschaften, bieten als Modelregionen neben den  ökologischen Landnutzungsformen auch in der Umweltbildung hervorragende Lernorte.  

Seit der ersten Stunde arbeitet die Naturwacht Brandenburg  und EROPARC mit Freiwilligen.  Im Biosphärenreservat Schorfheide – Chorin engagieren sich zur  Zeit 15 Freiwillige in den verschiedensten Bereichen, so zum Beispiel werden Aufgaben im Artenschutz, Monitoring Landschaftspflege und der Umweltbildung übernommen. Die Umweltbildung, eine Aufgabe, die neben professionellem Handeln auch sehr viel Engagement und Empathie verlangt.
Eine  ehemaligen Kollegen, Veronika Pape, die sehr lange im NABU- Informationszentrum Blumberger Mühle im Bereich der Umweltbildung tätig war, hat sich bereit erklärt, uns als Naturwacht zu unterstützen. Sie geht zwar in ihren wohlverdienten Ruhestand, zählt sich aber noch lange nicht zum alten Eisen, denn als gelernte Kindergärtnerin und Omi ist es naheliegend, dass sie gern mit Kindern arbeitet und ihre Erfahrungen im Bereich der Bildung für Nachhaltige Entwicklung einsetzen kann.
In einer Arbeitsgruppe, die an einem Bildungsprogramm für die Weltnaturerbestätte Buchenwald Grumsin gearbeitet hat, brachte sie sich und ihre Erfahrungen aktiv ein. Seit einem Jahr setzt sie die theoretische Arbeit um und ist praktisch  intensiv  mit den Kitas  und Schulklassen aus der Umgebung unterwegs.
Wer jetzt denkt, dass sie die Winterzeit zur Winterruhe genutzt hat, sollte sich irren, denn auch in der Zeit war Veronika  im Bereich der Umweltbildung fleißig. Für die ganz Kleinen schreibt sie Geschichten, die sie in ihren Führungen und Aktivitäten einbaut. Die unseren kleinen Gästen die Zusammenhänge  und das Zusammenwirken von Mensch und Natur  näher bringen soll und helfen vieles besser zu verstehen. Ein Beispiel, was mich besonders beeindruckt hat möchte ich mit dem Einverständnis von Veronika mal vorstellen.

 

Als es im Wald Winter wurde


Im Wald hatte der Herbst Einzug gehalten. Mit bunten Pinselstrichen malte er die Blätter der Bäume an. Gelb, rot, orange erstrahlten sie nun. Wenn die Sonne mit ihren Strahlen die Blätter streichelte, dann sah es aus als wenn das Laub der Bäume aus Gold wäre. Die Tiere des Waldes hatten jetzt viel zu tun. Es war Zeit sich auf den langen, kalten Winter vorzubereiten. Der Igel suchte nach einem guten Versteck unter einem Laubhaufen. Da unter den alten Buchen hatte der Herbststurm viele Blätter zu einem riesigen Berg aufgetürmt. Der kleine Igel freute sich sehr über sein neues Zuhause, besah es sich von allen Seiten und überlegte, wo er am besten einen Eingang anlegen sollte. Als er die richtige Stelle gefunden hatte, schupste er dort mit seinem Schnäuzchen die Laubblätter zur Seite und schon bald konnte er sich in seiner neuen Wohnung umsehen. Sein Winterquartier war fertig. Nun trappelte er zum Garten von Familie Schulze, denn dort unter den Apfelbäumen lagen noch ein paar leckere Äpfel. Bevor sein Winterschlaf begann wollte er sich noch einmal richtig satt essen. Auch das Eichhörnchen sprang emsig  von Ast zu Ast, von Baum zu Baum, hin und her. Am Boden suchte es nach Eicheln, Bucheckern, Tannensamen oder holte sich Haselnüsse aus einem Garten. Einen Teil seiner Beute versteckte das Eichhörnchen im Waldboden, jeden Tag an einer anderen Stelle. Heute an der knorrigen Eiche, gestern an der dicken Buche, davor an der Tanne und vorige Woche bei den Baumstämmen, die die Waldarbeiter am Weg gestapelt hatten. „Nun hab ich genug Vorräte für den Winter“ dachte das Eichhörnchen und war mit sich zufrieden.
Im Wald wurde es stiller. Der Herbststurm fegte die Blätter von den Bäumen und bedeckte den Waldboden mit einem Blätterteppich. Viele Vögel, die im Sommer wunderschön gezwitschert hatten, waren  in den warmen Süden geflogen. Andere, wie Meisen , Sperlinge, Eichelhäher und Spechte, suchten jetzt, bei diesem nassen, trüben Wetter, Unterschlupf in Hecken oder im dichten Tannenwald. Manchmal sah man einen Fuchs oder Hasen schnell vorbei huschen. Sie kamen vom nahegelegenen Feld, wo sie noch ein paar Möhren und Kohlköpfe zum Fressen entdeckt hatten. Aber als der erste Schnee fiel war auch auf dem Feld nichts mehr zu holen. Nun wurde es für die Tiere des Waldes immer schwerer Futter zu finden. Der Wald hatte sich ein weißes, glitzerndes Kleid übergeworfen. Eiskristalle funkelten in der Wintersonne wie Edelsteine. Auf dem schneebedeckten Waldboden konnte man Spuren entdecken, denn Rehe, Hasen, Füchse und andere Waldbewohner waren jeden Tag unterwegs um Futter zu suchen. Gut hatten es die Tiere die ruhig in ihrem Winterquartier schliefen und vom Frühling träumten.
Dieses Jahr war der Winter besonders kalt. Eine dicke Schneedecke lag auf der Erde und der Frost hatte Teiche und Seen gefrieren lassen. Die Tiere fanden kaum noch was zu fressen, wo sollten sie noch suchen? Das Eichhörnchen aber dachte „mich stört das nicht, ich habe ja meine vielen Vorräte gut versteckt“. Täglich ging es auf die Suche. Aber oh je, es wusste nicht mehr wo es die Eicheln, Bucheckern, Tannensamen, Haselnüsse versteckt hatte. War es an der Linde, an der Birke oder den Holunderbüschen? Es suchte und suchte aber es fand nur noch wenig von den versteckten Futterschätzen. Auch war es mühsam sich durch den Schnee zu graben. „Wo sind nur meine vielen Vorräte?“ überlegte das Eichhörnchen. Da sah es oben im Baum den Eichelhäher. „Hast du meine Eicheln und Nüsse gefunden und gefuttert?“ fragte es. Aber der Eichelhäher flog schnell davon, denn es stimmte, er hatte einige Verstecke gefunden und sich bedient. „Nächstes Jahr muss ich alles besser verstecken und mir die Stellen merken“, murmelte das Eichhörnchen und kletterte in sein Nest. Auch die Rehe, Hasen, Füchse wurden immer trauriger. Bald fanden sie nicht mal mehr ein paar Beeren  in den Gärten oder Salat auf dem Feld. Was sollen wir nur machen überlegten sie?
An einem sonnigen, kalten Wintertag war es lauter als in den vergangenen Wochen, Stimmen halten durch den Wald. Das kleine Rehkitz war neugierig, was mag das sein? Es streckte seinen Kopf aus dem Tannendickicht und sah eine Schar Kinder, die mit dem Förster den Waldweg entlang kam. Sie zogen einen Bollerwagen hinter sich her. „Was wollen die Kinder im Winter in unserem Wald?“ fragte sich das kleine Reh. Es stupste seine Rehmama an und zeigte zu den Kindern, die auf dem Weg zur Waldlichtung waren. „Was haben sie vor?“ dachte die Rehmutter und beobachtete das Geschehen aus der Ferne. Dann sah sie es! Mit dem Bollerwagen hatten sie Holz für eine Futterkrippe transportiert, die sie nun mit dem Förster aufbauten.  Jedes Kind holte noch etwas aus seinem Rucksack und legte es in die Futterkrippe. Auch an die Zweige der Bäume, die bei der Lichtung standen, hängten sie etwas. Danach stellten sich die Kinder in einem Kreis auf und sangen ein Lied. Die Kinder liefen den Weg zurück und im Wald kehrte wieder Ruhe ein.
Vorsichtig, sich nach allen Seiten umschauend, trat die Rehmutter mit ihrem Kitz aus dem Dickicht.  Langsam liefen sie zur Waldlichtung. Auch andere Waldbewohner kamen aus ihren sicheren Verstecken hervor, zwei Füchse, drei Hasen, ein Eichhörnchen und vier Rehe. Was war denn dort auf ihrem Waldplatz? Einen reich gedeckten, leckeren Futtertisch erblickten die Tiere. Für alle hatten die Kinder etwas mitgebracht: Möhren für die Hasen, Heu für die Rehe und Hirsche, Nüsse für die Eichhörnchen, Kastanien für die Wildschweine. Auch Äpfel, Salat und Kohlköpfe lagen in der Futterkrippe. Auch an die Vögel hatten die Kinder gedacht. An den Bäumen hingen Futterglocken und Meisenringe. Friedlich, ohne sich zu streiten, standen die Tiere an der Futterkrippe und ließen es sich schmecken.
Am Rande der Waldlichtung schaute ein Wildschwein dem lustigen Treiben zu. Es traute sich nicht näher heran, denn es hatte im Herbst die anderen Tiere vom Kastanienbaum verjagt weil es  keine Kastanien abgeben wollte. Die Rehmutter, die sich nun das Heu schmecken ließ, sah das Wildschwein und nickte ihm freundlich zu. Das sollte heißen: „ Komm zu uns, es ist für alle etwas da. Auch du sollst nicht hungern.“ Da trat das Wildschwein an die Futterkrippe und fraß sich tüchtig satt.
In diesem Winter kamen die Kinder noch öfter und brachten den Tieren Futter, so dass kein Waldbewohner hungern musste.
Als die Frühlingssonne die Winterschläfer Igel, Haselmaus und  den Siebenschläfer mit ihren Strahlen kitzelte und sie aufwachten, wollten sie wissen, wie es den anderen Tieren im Winter ergangen war. Das kleine Rehkitz erzählte ihnen von den Kindern, die im Winter  in den Wald gekommen waren und für die hungrigen Waldbewohner gesorgt hatten.  Auf der Waldlichtung trafen sich alle, Rehe, Igel, Eichhörnchen, Hase, Fuchs, Wildschwein, Haselmaus und Siebenschläfer um den Frühling im Wald zu begrüßen. Auch viele Vögel waren aus dem Süden zurückgekehrt und ließen ihre Stimmen durch den Wald hallen.   
                                                                                                               Veronika Pape
































































































Ich möchte zum Ausdruck bringen, dass unsere Freiwilligen nicht genug gewürdigt werden können und  dass sie  immer bereit sind uns zu unterstützen. Vielen Dank an Alle,  für euren Einsatz.

 

Ein Beispiel, wie wir  die erarbeiteten Materialien der Freiwilligen in unserer Umweltbildung einsetzen und immer wieder gute Erfahrungen machen, ist im anschließenden Betrag zu erkennen.

 

Kleine Zwerge auf großer Tour
Was ist der Unterschied zwischen Winterschlaf und Winterruhe? Welche Tier müssen im Winter Futter finden? Was machen die Tiere, wenn sie ruhen? Und ist das Thema für die Kinder nicht zu schwer?

Diese Fragen stellte sich eine Praktikantin, die einmal eine Kindererzieherin werden will und erarbeitete mit der Naturwacht an einer Strategie, wie wir das den kleinen Zwergen vermitteln können und wie sie ihr Prüfungsthema vervollständigen kann.


Aufregung pur im Gruppenraum der kleinen Zwerge, denn gleich kommt die Rangerin Elfi und holt die Kinder ab. Die Rangerin Elfi kennen sie genau, denn sie waren schon sehr oft mit ihr unterwegs. Alle waren sehr gut vorbereitet, denn die Mamas haben warme Kleidung und ein Picknick eingepackt. Wir trafen uns in der Blumberger Mühle, wo eine andere Rangerin, die Monika,  auf die Kinder wartete. Staunen, bei den Kindern und der kleine  Christian posaunte heraus, was? da gibt es  noch viele „Rangers“? Die Monika begrüßte die Kleinen und erklärte, dass das mitgebrachte Picknick nicht nur für die Kinder sei, sondern dass wir unser Essen mit den Hasen, Mäusen und Vögeln teilen und dass alle jetzt das Futter für die Tiere vorbereiten. Mit großen Augen betrachteten die Kleinen die erst kürzlich eingeweihte Werkstatt für Kinder und dort bastelten sie Futterketten für die Tier. Emsig werkelten sie in kleinen Gruppen an ihren Aufgaben. Eine Gruppe schnitt die Mohrrüben und fädelte sie auf eine Stippe. Eine andere Gruppe bastelte Fett- Kissen gespickt mit zerkleinerten Nüssen und die dritte Gruppe spickte Äpfel mit Sonnenblumen- Kerne. So wurde gewerkelt gehämmert und gebastelt was das Zeug hält alle Kinder waren begeistert und freuten sich auf die Wanderung, die bei der Begrüßung  angekündigt wurde.
 Auch die Praktikantin war zufrieden, denn die Kleinen begriffen sehr schnell  Theorie und Praxis mit einander zu verbinden. Alle Aufregung war weg, denn  sie merkte, dass die Kinder mit Eifer dabei sind. Als das Werk vollbracht war und wir einen großen Korb voller schöner leckere Sachen für die Tiere hatten ging es zur Wanderung. Auf geht’s der  Rucksack ist dabei. Was da wohl drinnen ist?  Aber die Monika hat es nicht verraten, das sollte eine Überraschung sein. Was wir alles erlebt haben! Da war ein Tier, was auch im Winter Nahrung finden muss und es hat  schwer zu tun, weil im Winter keine Kräuter oder Gräser wachsen und so fällt er die Bäume. Alle überlegten, wer das wohl sein mag und die kleine  Mia hat es gewusst, es ist der Biber. Jetzt endlich machte die Rangerin den Rucksack auf und sie holte einige große Mohrrüben heraus, um mit den Kinder  zu probiere, wie der Biber das mit dem Nagen so macht. Spannend wie der seine Pfoten benutzt, das ist genau wie bei uns Menschen und es machte riesigen Spaß, wie ein Biber zu nagen.

 Dann wurde getestet, indem die Kinder mal unter einen Moosballen fassen konnten, wie warm es ist und das dort die Tiere leben, die eine Winterruhe machen. Frösche Schlangen Kröten usw. Aber da gab es noch viele Dinge zu sehen und zu erleben und alle durften sich einen „Glücksspan“ vom Biber in die Tasche stecken, denn der bringst sehr viel Glück für die Kinder, die in diesem Jahr zur Schule kommen.
So eine Wanderung im Winter macht sehr hungrig, zurück im Informationszentrum, trauten die durchgefrorenen Zwerge  ihren Augen nicht, denn da war auf Waldlichtung der Tisch mit vielen schönen Sachen gedeckt. In der neuen Buchenwald Ausstellung stehen viele Bäume und wir haben Sitzkissen die wie  Blätter aussehen hingelegt und das Essen für ein Picknick vorbereitet.
Das also war die Überraschung und alle Kinder waren begeistert, denn auf dem Boden zu essen ist eine vollkommen neue Erfahrung und die Kinder entwickelten ein gewisses Mitgefühl für  Tier und Umfeld. Als alle zufrieden und gesättigt waren wurde die Geschichte „Als es im Wald Winter wurde“ vorgelesen, mux Mäuschen still wurde es auf unserer „Waldlichtung“ im Raum konnte man eine Nadel fallen hören  und siehe da die Kinder fanden sich in der Geschichte wieder.
Nicht nur die Kinder waren zufrieden, sondern auch die Praktikanten mit den Erzieher, denn das war mal eine andere Prüfungsvorbereitung. Zufrieden und doch ziemlich K.O. verabschiedeten sich Erzieher und  Kinder und stiegen in den Bus. Angekommen in der KITA, sollte man glauben, dass die kleinen Wanderer müde sind, das war nicht so, denn sie überschlugen sich beim Erzählen ihrer Erlebnisse.

 

Elfi Laack
Naturwacht im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin
Stützpunkt Blumberger Mühle

Blumberger Mühle 2
D – 16278 Angermünde
 
Tel. 03331/260425
Fax 03331/260426
Funk 0175/7213050
e-mail: