Schriftgröße: . normal . groß . größer
Polnisch Englisch Deutsch
 
 
 

Seen im Grumsin

Im Buchenwald Grumsin befinden sich fünf Seen. Die Gewässer befinden sich nahe an der Wasserscheide. Ihr Zufluss aus dem Grundwasser ist daher gering, das Einzugsgebiet ist im Verhältnis zur Seefläche klein. Durch die teilweise schwer wasserdurchlässigen Böden ist außerdem nur ein geringer Grundwasserkontakt vorhanden. Mehrere Seen sind auch durch sandige, kalkarme Böden geprägt. Diese Faktoren führen dazu, dass alle Seen im Grumsiner Forst als kalkarme Weichwasserseen anzusprechen sind – eine Besonderheit im kalkreichen brandenburgischen Jungmoränenland, in dem normalerweise kalkreiche Böden z.B. aus Geschiebemergel und der großflächige Zufluss von Grundwasser dazu führen, dass Calcium und andere basisch reagierende Elemente in großer Menge in den Seen vorhanden sind. Die Seen im Grumsiner Forst werden im Gegensatz dazu jedoch in erster Linie durch saures, basenarmes Regenwasser gespeist, das nur in geringem Maße als Grundwasser oder Hangablaufwasser Kalk aus dem Boden löst und in die Seen führt.

 

Schwarzer_See.jpg       Buckowsee1.jpg  

 

Die besondere Ausprägung der Gewässerchemie führt auch zur Besiedlung mit seltenen Tier- und Pflanzenarten. Der Moossee etwa wird von einem Verlandungsmoor aus Torfmoosen umgeben. Diese sind als Polster „über“ den Rand des ehemals größeren Sees gewachsen und schwimmen daher auf dem Wasser – man spricht von einem Schwingmoor. Darin finden sich seltene Arten wie etwa der Sonnentau (Drosera rotundifolia), eine fleischfressende Pflanze unserer Flora, die in dem nährstoffarmen Lebensraum durch das „Verdauen“ kleiner Insekten lebensnotwendige Nährstoffe erhält. Der Brackensee ist wie die meisten Seen unserer Region von Röhrichten gesäumt. Sein Wasser ist braungefärbt, da aus den Mooren der Umgebung bei starken Regenfällen oder allgemein bei hohen Wasserständen Humusstoffe aus dem Torf ausgespült und in den See eingetragen werden. Dadurch wird die Transparenz des Wasserkörpers verringert, so dass Wasserpflanzen in manchen Fällen nicht genug Licht zum Wachsen haben. Im Brackensee konnten trotzdem in manchen Jahren große unter Wasser wachsende Rasen aus Armleuchteralgen gefunden werden. Die dort auftretende „Biegsame Glanzleuchteralge“ (Nitella flexilis) ist eine Art, die an die kalkarmen Bedingungen dieses Sees angepasst ist.

 

Im Buchenwald Grumsin wurden gemäß seiner Ausweisung als Kernzone die Nutzungen weitestgehend eingestellt. Eine Fischerei und damit ein Besatz mit nicht gewässertypischen Fischarten findet heute nicht mehr statt. Manche in historischer Zeit angelegte Entwässerungsgräben der Seen und Moore wurden inzwischen zurückgebaut. Der Dabersee zum Beispiel besitzt inzwischen einen deutlich höheren Wasserstand. Damit ist der Weg für eine naturnahe Entwicklung der Gewässer wieder frei geworden.

 

 

 

 

 

EU_Logo_ELER_Web1.jpg MIL%20Logo_Web1.jpg

 

Diese Seite wurde im Rahmen des nach ILE/LEADER-Richtlinie geförderten Projektes "Informations- und Kooperationsmanagement für das Weltnaturerbe Grumsin" erstellt.