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Ökologische Forstwirtschaft / Jagd

Die Forstwirtschaft ist innerhalb des Biosphärenreservates die Landnutzungsform mit der größten Flächenausdehnung. Bei den Wäldern handelt es sich zum größten Teil um künstliche, vom Menschen geschaffene Nadelholzbestände. Sie sind nicht standortgerecht und instabil. Der Umbau der Wälder in arten- und strukturreiche Mischbestände unterschiedlichen Alters und die Vermeidung von Kahlschlägen ist daher das primäre Ziel der forstlichen Bewirtschaftung. In der Schutzzone I steht der Schutz der dynamischen Prozesse in Waldökosystemen im Vordergrund. Eine forstliche Bewirtschaftung findet hier nicht statt. In der Zone II ist eine naturnahe forstwirtschaftliche Nutzung möglich, die den Schutzzweck nicht beeinträchtigt oder sogar fördert. Die potentiell natürlichen Waldgesellschaften sind dabei ein wichtiger Wegweiser bei der Baumartenauswahl. Der Anteil natürlich vorkommender Laubbaum- und Straucharten soll auf allen geeigneten Standorten erhöht werden. Die wichtigste Aufgabe für den Fachbereich ökologische Waldwirtschaft ist die Erstellung von Pflege- und Entwicklungsplänen (Waldpflegepläne) für die Wälder der Schutzzone II. Diese Aufgabe wird in Zusammenarbeit mit den Ämtern für Forstwirtschaft, den Unteren Naturschutzbehörden, den Waldeigentümern sowie den Jägern und Pächtern geleistet. Die naturnahe Waldwirtschaft kann nur verwirklicht werden, wenn die historisch bedingten hohen Wilddichten auf ein dem Ökosystem angepasstes Maß reduziert werden. Im Biosphärenreservat kommt das heimische Rotwild flächendeckend vor. Auch Reh-, Schwarz-, Muffel- und Damwild sind vorhanden. Die Wälder der Schorfheide sind seit Jahrhunderten ein bevorzugtes Jagdgebiet. Schon die brandenburgischen Markgrafen hatten sich hier im frühen Mittelalter große Jagdgebiete reserviert. Zu DDR-Zeiten wurde die Schorfheide zum Hauptjagdgebiet der Regierung. Gegattert und teilweise bewacht, wurden hier Wildbestände mit einem kaum vorstellbaren Aufwand gehalten. Dies hat dazu geführt, dass die Bodenvegetation und Verjüngung der Baumarten stark beeinflusst wurden. Die Jagd ist somit eine wichtige Form der Landnutzung und Biotoppflege. Durch die Kooperation von Naturschutz und Jagd soll die Wilddichte soweit verringert werden, dass sie den Schutzzielen in den Zonen I und II entspricht.

 

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